Wo Küste und Berge gemeinsam entwerfen

Heute widmen wir uns Design-Kooperationen, die Küstenateliers mit Bergwerkstätten verbinden, und zeigen, wie salzige Brisen, steile Hänge, wechselnde Luftfeuchte und unterschiedliche Werktraditionen zu verblüffenden Produkten, robusten Prozessen und berührenden Geschichten führen. Erleben Sie, wie Dialog, Materialwissen und gemeinsamer Mut Entfernungen schrumpfen lassen und echte Gestaltungskraft freisetzen.

Wellen treffen Gipfel: Warum Zusammenarbeit neue Formen schafft

Wenn Schiffsseile neben Lärchenholz liegen und ein Bootsbauer mit einer Holzbildhauerin am Kamin Skizzen vergleicht, entstehen Lösungen, die weder Strand noch Höhenkamm allein hervorgebracht hätten. Unterschiede in Klima, Werkzeugen und Alltagsrhythmen befruchten Ideen, beschleunigen Lernen und verwandeln Gegensätze in langlebige, überraschend einfache Antworten auf komplexe Gestaltungsfragen.

Materialien der Küste, Techniken der Berge

Seile, Netze und geklöppelte Knoten

Seemannsknoten strukturieren Griffe, Sitzflächen und Aufhängungen, während alpine Flechtmuster elastische Übergänge ermöglichen. Die Kombination dämpft Schwingungen, verbessert Griffigkeit bei Nässe und erlaubt dem Holz zu arbeiten. Ein Hocker aus gedrechselter Lärche gewinnt durch maritimes Tauwerk nicht nur Charakter, sondern auch austauschbare, reparierbare Auflageflächen, die Patina mit Stolz tragen.

Stein, Holz und Salz im Gleichgewicht

Treibholz trifft auf gebürstete Lärche, Granitplatten aus dem Tal stoßen auf Harzbeschichtungen aus der Werft. Durch gezielte Übergänge – etwa dünne Korklagen und geschraubte statt verleimte Kontaktpunkte – bleiben Materialien trennbar, recycelbar und dennoch intim verbunden. So entstehen Tische und Bänke, die schwer wirken, aber überraschend leicht zu warten sind.

Wetterfeste Oberflächen ohne Seelenverlust

Dickschichtlacke versprechen Schutz, ersticken jedoch Haptik. Gemeinschaftlich entwickelte Öl-Harz-Mischungen schützen gegen Spritzwasser und UV-Strahlung, lassen Poren atmen und bewahren das Knistern des Holzes. Testreihen am Kai und auf 1.800 Metern zeigen Mikrorisse, Verfärbungen und Glanzgradverläufe, aus denen praxisnahe Pflegezyklen und ehrliche Alterungsbilder abgeleitet werden.

Prozesse und Werkzeuge, die Entfernung überbrücken

Zwischen Leuchtturm und Lawinenzaun liegen Stunden. Remote-Prozesse ersetzen Distanz durch Transparenz: klar getaktete Check-ins, geteilte Datenräume, digitale Zwillinge und Materialproben, die parallel getestet werden. So wird Feedback schneller, Entscheidungen nachvollziehbar und Verantwortung auf viele Schultern verteilt, ohne dass die Eigenheiten eines Ortes verloren gehen.

Nachhaltigkeit entlang Küste und Kamm

Ökologie ist kein Anhängsel, sondern Ausgangspunkt. Ressourcen werden lokal beschafft, Wege gebündelt, Teile so konstruiert, dass sie getrennt und wiederverwendet werden können. Die Kombination aus maritimer Reparaturkultur und alpiner Langlebigkeit bringt Objekte hervor, die weniger besitzen, länger nutzen und im besten Fall Spuren hinterlassen, die Verantwortung sichtbar machen.

Geschichten mit Salz auf der Zunge und Harz an den Händen

Produkte gewinnen Tiefe, wenn ihre Herkunft spürbar bleibt: der Geruch nasser Wolle nach Regen, das leise Knarzen von Lärche im Winter, der tastbare Knoten am Griff. Erzählungen binden Orte, Menschen und Jahreszeiten zusammen und machen Nutzen poetisch, ohne die Ehrlichkeit des Handwerks zu romantisieren oder zu verdecken.

Ein Stuhl zwischen Dünung und Kaminfeuer

Eine Designerin aus Kiel trifft einen Tischler aus dem Zillertal. Gemeinsam bauen sie einen Stuhl, dessen Lehne wie eine Welle schwingt und dessen Sitz im Ofen leicht knistert. Prototyp eins scheitert am Salz, Prototyp zwei am Trockensplittern. Version drei hält – und erzählt jede Kerbe als überstandene Etappe auf einem geteilten Weg.

Farbpaletten von Brandungsschaum bis Alpenglühen

Blaugraue Nebel über dem Wasser, Kupferlicht im Abendrot der Gipfel, das matte Beige aus gescheuerten Seilen: Aus Beobachtungen werden Pigmentmischungen, Lasuren und Textilien. Die Palette meidet Reizüberflutung, setzt ruhige Übergänge und macht Kratzer freundlicher. So bleibt ein Möbel nicht nur schön, sondern freundlich zu Fehlern, die im Leben unvermeidlich sind.

Vom Prototyp zur Marktreife ohne Kompassverlust

Zwischen erster Skizze und Regalplatz droht oft Verwässerung. Hier halten klare Prinzipien den Kurs: begrenzte Varianten, dokumentierte Änderungen, Tests in realen Haushalten an Küste und Berg, transparente Preisbildung und respektvolle Kommunikation. So bleibt die ursprüngliche Energie spürbar – und das Ergebnis steht sicher in rauer Wirklichkeit.
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